Parlamentarische Anfrage von  der Abgeordneten Ing. Mag. Werner Groiß, Martina Diesner-Wais an den Bundesminister für Landesverteidigung

Mag. Gerald KLUG zur Schließung der Radetzky Kaserne in Horn

Die kolportierte Schließung der Radetzky-Kaserne in Horn würde den Verlust von etwa 170 dauerhaften Arbeitsplätzen und ca. 2.000 Rekruten pro Jahr zur Folge haben. Doppelt bitter, dass in die Kaserne, die nun vor dem Aus steht, in den letzten Jahren Millionen investiert wurden. Nach einer Generalrenovierung ist sie top saniert: Nicht nur die Sportanlagen wurden 2013 neu gestaltet, sondern auch die Werkstätten modernisiert. Erst vor wenigen Wochen wurde r die am Stadtrand gelegene Kaserne eine eigene Zufahrt fertig gestellt. Alle diese Investitionen erweisen sich nun als sinnlos.

Die Radetzky-Kaserne gilt als die wirtschaftlichste Kaserne Österreichs - warum soll gerade sie geschlossen werden? Für Horn und die gesamte Region, die ohnehin unter Abwanderung leidet, stellt diese Entscheidung einen immensen wirtschaftlichen Schaden dar. Die Bevölkerung von Horn ist allein von 2012 auf 2013 um 83 Einwohner geschrumpft. Der Verlust von Arbeitsplätzen wird eine weitere Abwanderung zur Folge haben. Auf die Frage nach einer sinnvollen alternativen Nutzung der Kaserne, kann man die Unterteilung in Wohneinheiten gleich ausschließen, denn zusätzlichen Wohnbedarf gibt es in Horn derzeit nicht!

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Herrn Bundesminister für Landesverteidigung und Sport folgende Fragen:

Bei der Nationalratssitzung am 9. Dezember hat der Bundesminister die Fragen beantwortet. Bezirksnews hat daher alle Fragen nach den Antworten gereiht.


1) Wie hoch sind die jährlichen Betriebskosten der Radetzky-Kaserne in Horn?

Antwort:  Die jährlichen Betriebskosten betragen rund 300.000 Euro. Darüber hinaus wurden in den letzten vier Jahren durchschnittlich 263.000 Euro jährlich für Instandhaltungsmaßnahmen aufgewendet. Dazu kommen die Kosten für Wach- und Journaldienste.


2) Wie liegt die Radetzky-Kaserne, gerade was die Wirtschaftlichkeit anlangt, im Vergleich zu anderen Kasernen?

Antwort: In einer im Zuge von ÖBH 2010 erstellten internen Liegenschaftsbewertung lag die Radetzky-Kaserne im Bereich Wirtschaftlichkeit im letzten Drittel aller Kasernen.


3) Aufgrund welcher Kriterien wurde die Radetzky-Kaserne zur Schließung vorgeschlagen? Wie wurden andere Kasernen bewertet?

6) Welchen Sinn hat es, eine Kaserne mit 86%iger Auslastung zu schließen?

Antwort: Grundsätzlich wurden den Überlegungen wirtschaftliche Aspekte zugrunde gelegt, wonach Kleinstandorte (Standorte, die sich nicht als Bataillonsstandort eignen) zur Schließung vorgesehen werden. Das Kriterium für die geplante Schließung der Radetzky-Kaserne ist die erforderliche Auflösung der dort ständig dislozierten Aufklärungseinheiten bzw. die Zusammenziehung an anderen Standorten im Zuge der vorgesehenen Strukturveränderungen.


4) Welche Einsparungen erwartet man sich konkret durch die Schließung der Kaserne?

14) Welche konkreten Einsparungen ergeben sich nach Abzug aller Kosten aus der Schließung der Radetzky-Kaserne?

Antwort: An Einsparungen sind die jährlichen Betriebskosten sowie weitere strukturelle Effekte, etwa durch den Wegfall von Wach- und Journaldiensten, zu erwarten. Darüber hinaus ist der zu erzielende Verwertungserlös zu berücksichtigen.


5) Welchen Sinn hat es, eine Generalsanierte Kaserne zu schließen, während andere Standorte vielleicht erst teuer hergerichtet werden müssen?

16) Welche Summen wurden seit dem Jahr 2000 in die Kaserne investiert? Welche Ausgaben wurden konkret getätigt?

17) Wann wurde um welchen Betrag die letzte Investition in diese Kaserne getätigt?

Antwort: Eine Generalsanierung der Kaserne wurde nicht durchgeführt und war auch nicht geplant. Seit dem Jahr 2000 wurden immer wieder Baumaßnahmen durchgeführt. Derzeit werden zwingend erforderliche Sanierungs- und Adaptierungsmaßnahmen durchgeführt. Überdies hat die Schließung keinen Ausbau eines anderen Standortes zur Folge.


7) Wie viel Mann Kaderpersonal sind von der Schließung betroffen?

8) Wo sollen diese weiter verwendet werden? Wohin genau werden die Bediensteten, die nun in der Region ansässig sind, versetzt? Gibt es dort ausreichend Arbeitsplätze?

13) Wie hoch sind die Kosten tür die Versetzung des Personals? Mit welchen zusätzlichen Kosten ist zu rechnen, wenn die 170 Bediensteten zu Pendlern werden? Wieviel wird ihre Mobilitätszulage kosten?

Antwort:  Derzeit werden 145 Bedienstete in der Radetzky-Kaserne beschäftigt. Diese sollen adäquat in nächstgelegenen militärischen Einrichtungen weiter verwendet werden.


9) Wie viele Rekruten sind betroffen?

10) Wo sollen diese weiter verwendet werden?

Antwort: Die Anzahl der Rekruten richtet sich nach der jeweils jährlich festgelegten Einberufungsstärke. Eine Umschichtung auf andere Garnisonen ist beabsichtigt.


11) Welche Ersatzinvestitionen wird es geben?

12) Wie hoch sind die Investitionskosten für Ersatzbauten, um das gesamte Personal und die Rekruten in anderen Kasernen unterbringen zu können?

Antwort: Es sind, abgesehen von kleineren Sanierungsmaßnahmen, keine Ersatzinvestitionen vorgesehen.


15) Wie werden die Liegenschaft und die zur Kaserne gehörenden 12 Hektar Grund zukünftig verwertet und verwendet?

Antwort:  Diese Liegenschaftsteile werden von der Strategischen Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft m.b.H. (SIVBEG) verwertet.


18) Da die Fahrzeug-Werkstätten der Kaserne modernst ausgestattet sind: Wo werden die Bundesheerfahrzeuge künftig repariert werden?

Antwort: Die Fahrzeuge der Aufklärungseinheit werden nach Auflösung zu den anderen Verbänden umverteilt. Die Instandsetzung erfolgt in weiterer Folge in der jeweiligen Truppenwerkstätte.


Werte Leser! Sie können uns gerne Ihre Meinung zur parlamentarischen Anfrage an Herrn  Minister für Landesverteidigung schreiben. Wir werden jeden Leserbrief, wenn Sie möchten, veröffentlichen. Schreiben Sie uns eine Mail an bezirksnews@aon.at

zurück